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Manfred Garstka: Land des Lächelns

Manfred Garstka gehört zu den konsequentesten Vertretern einer Malerei im Grenzbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion.

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Garstka_Porträtfoto: © Foto: Manfred Garstka

Ausstellung in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt und bei weisenburger bau im Jahr 2015.

Der 1937 in Rastenburg/Ostpreußen geborene, seit 1971 im Neckartal lebende Manfred Garstka gehört seit den 1960er-Jahren zu den konsequentesten Vertretern einer Malerei im Grenzbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion, die von Figur ausgeht und diese als Fragment in einen architektonischen oder landschaftlichen Raum einbettet.

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Garstka_Ausstellungsansicht 1-3: Ausstellungsansicht Manfred Garstka, Städtische Galerie in der Fruchthalle Rastatt, © Foto: Manfred Garstka, Eberbach

Ursprünglich in Hamburg ansässig, wo er auch studiert hat, ist Garstka parallel zur „Neuen Figuration“ in Baden zu seiner Konzeption gelangt. Kennzeichnend für seine Malerei ist – bei allen stilistischen Wechseln über die Jahrzehnte – ein fast monochromes, aus der Bildtiefe leuchtendes Farbklima, in dem auf mehreren Schichten biomorphe und konstruktive Elemente mit graphischen Mitteln vorgetragen sind. In seinen Anklängen an den Körper und an Organhaftes bleibt Garstka dem Realismus verpflichtet. Mit seiner feinnervig plastischen Malerei steht er in einer Tradition mit Richard Oelze und Matta.

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Land des Lächelns, 2012, Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm © Foto: Manfred Garstka, Eberbach

Zentrale Themen sind das Ausgeliefertsein und die Verletzlichkeit des Menschen als psychische und physische Befindlichkeit.
Mit der zunehmenden Digitalisierung und der Dominanz des Internets mit der Verfügbarkeit des Leibes, der jede Privatheit eingebüßt hat, erhält die
Malerei von Garstka, die zwischen Schönheit, Sinnlichkeit und schierer körperlicher Sezierung oszilliert, eine neue Aktualität. Auch im Kunstkontext der jüngsten Zeit, in dem der Leib in der Deformierung und als „Neuerfindung“ thematisiert ist, leistet das Werk von Manfred Garstka einen wichtigen Beitrag.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der Herbert-Weisenburger-Stiftung, 80 Seiten in Farbe, mit mehreren Textbeiträgen